Geburtstag
Der Morgen ist die Nacht meiner Seele
Das neue Lebensjahr fängt ja gut an, einfach super. Viel zu früh vom Telefon aus dem Schlaf gerissen: es klingelt immer wieder, stelle später fest, dass es Dago (mein Exgatte) und dieser komische Rudi waren. Na toll, das reicht für mich wieder um einige Ausraster zu produzieren.
Die sterbende Tante schickt mir ne Geburtstagkarte, was mich noch mehr deprimiert bei dem Gedanken, dass es wahrscheinlich die letzte sein wird. Meine Schwester schickt Geld – großartig, bloß keine Mühe machen oder gar über mich nachdenken. Ich hasse diese Scheiß-Geburtstage: einerseits will ich sie einfach ignorieren, andererseits möchte ich gerne Außergewöhnliches erleben. A kann mir nichts recht machen, er sitzt etwas geduckt vor seinem Bildschirm. Das Telefon klingelt den ganzen Tag: ich gehe nicht ran. Kein Bock auf die Scheiß-Glückwünsche…
Abends geht es mir besser: A hat für mich ein bisschen Gras geholt und wir haben einen geraucht. Das Gras turnt gut…
Auch den Liebsten sucht man sich nicht aus, ist nicht unbedingt freiwillig zusammen – man kann nicht anders. Die Liebe fragt nicht den Verstand.
Tröstlich ist: Wenn auch irgendwann die Leidenschaft, die Lust, das Küssen, Begehren, der Sex sich verabschiedet, die Liebe bleibt.
Morgen radeln wir um 13 Uhr zum Roten Rathaus zur Demo “Echte Demokratie jetzt – empört euch!”, die in 50 Städten stattfindet. Ausklang mit Livemusik und tralala ist dann abends am Mariannenplatz. Ich hoffe sehr, dass ich meinen Piratenfreund W treffe…
glumm sagte,
Januar 10, 2012 um 6:55
ein jahr älter zu werden, ist in der regel auch kein grund ans telefon zu gehen.
grüße