Kurt Cobain

August 31, 2009 at 23:27 (Rückblicke) (, , , , , , , , , , )

Nirvana war in den 90igern meine Lieblingsband. Ich kann mich zwar nicht mehr erinnern, was wir im April 94 gemacht haben, jedenfalls waren wir in Deutschland, doch ich erinnere mich, wie es beim Frühstück oder einer anderen Mahlzeit aus dem Radio plärrte, dass der Sänger von Nirvana sich im Alter von 27 Jahren mit einer Schrotflinte den Kopf weggeballert habe.

Ich schau A mit aufgerissenen Augen an − der meint nur: Und wir leben immer noch! Offenbar müssen wir auch irgendwelche Probleme gehabt haben aber auch daran erinner ich mich nicht mehr…

Das Video hat ne super Qualität:

„It’s better to burn out than to fade away“

Kurt Cobain im April 1994

Lake of fire kann ich nie ohne Gänsehaut hören:

Where do bad folks go when they die
They don’t go to heaven where the angels fly
Go to a lake of fire and fry
Don’t see them again ’till the Fourth of July

I knew a lady who came from Duluth
Bitten by a dog with a rabid tooth
She went to her grave just a little too soon
flew away howling on the yellow moon

Where do bad folks go when they die
They don’t go to heaven where the angels fly
Go to a lake of fire and fry
Don’t see them again ’till the Fourth of July

People cry and people moan
Look for a dry place to call their home
Try to find some place to rest their bones
While the angels and the devils try to make ‘em their own

Where do bad folks go when they die
They don’t go to heaven where the angels fly
Go to a lake of fire and fry
Don’t see them again ’till the Fourth of July

Originally by The Meat Puppets

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Sonntagswanderung

August 18, 2009 at 16:35 (BürgerInnenbeteiligung, Naturschutz, Schauplätze) (, , , , , )

Wir wollen mal das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden, und machen Sonntagmorgen die Führung mit R. H. von den Spektewiesen zum Eiskeller (ca. 9,3 km) mit. Bei 32° Mittagstemperatur ziemlich anstrengend, zumal wir seit Monaten (ich kann mich nicht erinnern, wann wir das letzte Mal gewandert sind – war es im Mai 08 mit J. in MacPom? Ne, es war im Frühjar auf dem Gelände des Gleisdreiecks!) nur noch mit dem Rad unterwegs sind.

Wir sind Sonntag, nach vielleicht 3 – 3 ½ Std. Schlaf, um 7 Uhr aufgestanden. Wow, bin ich müde: völlig bedeppert Haare waschen, duschen, schnell Kaffee und drei Stullen runterwürgen, Schminken, Sachen packen – das einzige, was mich aufrecht hält sind die T und der Grapefruchtsaft im Kühlrucksäckchen!

Es geht relativ schnell und ohne großes Warten mit Bahn und Bus bis zur Haltestelle Freudstraße/Goldkäferweg, dort warten schon vier Frauen und zwei Männer, alle ältere Semester – naja, so in unserem Alter. Wir stellen uns vor, R. gibt sich zu erkennen: wie die meisten Naturschützerinnen, zumindest die Aktiven, ist sie äußerlich nicht besonders attraktiv. Aber das soll mich nicht stören! Es ärgert mich mehr, dass sie viel zu schnell, ohne Pausen läuft, dass wir nicht allzu viel Zeit zum Fotografieren haben, wenn wir den Anschluss nicht verlieren wollen, außerdem verläuft sie sich 2 x und plappert ziemlich viel. Als wir dann noch lange durch die Sonne taumeln, werde ich immer ärgerlicher, zumal ich recht müde bin und gerne mal ne Pause gemacht hätte.

Ich achte kaum noch auf die schöne Landschaft, halte keine Ausschau mehr nach Vögeln, Pflanzen etc., glotze vor mich auf den Weg und will nur noch aus der Sonne. Mir wird so richtig klar, wie bescheuert es ist, bei solchen Temperaturen in der Sonne zu wandern, und erinnere mich, wie wir das früher immer gemacht haben: einen gut versteckten Schattenplatz gesucht, unsere Decke ausgebreitet, Jacken zu Kissen geformt, Bücher und Ferngläser ausgepackt, Getränke und Essen an den Baum mit dem dicksten Schatten gestellt, gelesen, geredet, Vögel und Eichhörnchen oder gar Rehe beobachtet, gedöst, geträumt – und wieder von vorne. Abends dann noch ein bisschen gelaufen, und langsam (manchmal auch sehr schnell, wenn wir uns mit der Zeit verkalkuliert oder verlaufen hatten) zur Bushaltestelle oder zum Bahnhof. Wundervoll war das…

Wir machen wirklich niemals Pause, es ist verdammt heiß, meine Füße tun weh. Zum Schluss, kurz bevor wir auf die Straße gehen, rasten wir noch – bescheuert! Wir gehen dann zu viert zur Bushaltestelle, das miesepetrige Ehepaar hat sich gleich auf den Weg gemacht, wollte offenbar nicht mehr mit uns rasten, zwei Frauen haben wir unterwegs verloren, vielleicht haben sie sich auch klammheimlich abgeseilt. Die Bushaltestelle finden wir nicht auf direktem Weg, Regina verläuft sich wieder, sie wird mir immer unsympathischer, A meint, ich wäre kleinlich, schließlich engagiere sie sich für dieses wundervolle Gebiet, das durch den Bau einer breiten Straße zerschnitten werden soll, die sogenannte Nordumfahrung. Er hat ja recht…

Am sympathischsten ist mir der älteste, ein Ossi und Nabu-Aktiver, der mich immer wieder auf Vögel aufmerksam macht. Wir fahren noch gemeinsam bis U-Bhf. Spandauer Rathaus, und ich bin froh als wir uns verabschieden und wir endlich wieder alleine sind. Ich lümmel mich auf eine Bank in der U-Bahn und schließe die Augen, A kämpft mit seinem Handy, das unser W-Lan sucht. Der Wechsel auf der Möckernbrücke in die U1 ist fliegend. Zu Hause, todmüde und erschlagen, wasch ich mich ein bisschen und mach uns erst mal einen Tee. Eigentlich müssten wir uns mal ne Stunde hinlegen, doch ich will nicht. Wir spielen unsere Bilder auf – sind ganz gut geworden – machen dies und das, bleiben jedenfalls bis 2 oder ½ 3 wach, dann packen wir uns aufs Sofa. Obwohl es noch recht warm ist, liegen wir eng aneinandergeschmiegt, und dämmern bei Musik ganz langsam in den Schlaf. Gegen 5 weckt mich A, Zähne putzen und aufs Hochbett: wir schlafen, mit kurzen Unterbrechungen, bis 11 Uhr.

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Mysore

August 3, 2009 at 1:17 (Liebe, Reisen, Rückblicke, Sammlung, Schauplätze) (, , , , , , , , )

Aufgeschrieben irgendwann in Mysore

Erinnerungen: Manchmal sehe ich Mutti genau – überscharf – vor mir, z. B. wie sie sich benahm, wenn Fremde anwesend waren. Ich hätte ihr so sehr ein besseres Leben gewünscht, vor allem einen anderen Mann, H.- K. hatte sie nicht verdient, und ich musste mit so einer (nicht vorhandenen) Person aufwachsen, jemand, der nicht mit uns sprach.

Die Kindheit: hoffen – schon von früh an – auf den Märchenprinz; die 1. Jugend: aufbegehren, gegen den Strich, Hass auf die Alten; die Ehejahre (viel viel zu früh verheiratet und bald wieder geschieden): banaler Frust; später die Sehnsucht nach Drogen (durch Axel, Heide, Detlef). Kurzfristiges Freiheitsgefühl, nachdem ich endlich alleine in einer (unserer) Wohnung wohnte. Dann kam A! Ich sage heute, nach über 20 Jahren, mit allen Höhen und Tiefen und auch allem Elend in unserem Glück: ich habe meinen Märchenprinzen gefunden!

Unser Fest

Nach dem üblichen Morgenprogramm kann das Fest beginnen. Unheimliches Glücksgefühl: ich kann – ohne Brille – den ganzen Tag Ledoux lesen!

Die Geilheit ist wieder da! Stärker und wundervoller als je zuvor, unsere Körper klingen aneinander, passen ineinander, sind füreinander geschaffen. As Körper ist so schön, muskulös und fest, es grenzt schon an ein Wunder. Ich finde ihn schöner als vor 20 Jahren. Unser irrsinnniges langes Vögeln lässt uns alles vergessen. Wir sind wieder mal besessen, verliebt, ziehen uns an wie Magnete. Unser Beisammensein ist jedes Mal ein großes Fest, kein bisschen Routine: Vertrautheit und gleichzeitig Neuheit, Überraschtheit. Unendliche Dankbarkeit, unendliches Glücksgefühl, uns gefunden zu haben. Größtmögliches Freiheitsgefühl – trotz (oder gerade wegen) unserer engen Zweiergemeinschaft! Wie glücklich wir sind, wenn wir keine anderen Menschen sehen brauchen. Heute ist wieder unser Fest: wir haben alles hier, was wir benötigen, brauchen nicht vor die Tür – so liebe ich es! Wie viele Feste haben wir schon gefeiert! Feste zu zweit… wo liegt unsere Heimat? In unseren Köpfen: wir sind uns Heimat genug.

Aufwachen!

Intensiv sein, völlig wach – auch im Rausch – unabhängig davon, wo wir uns befinden. Zufriedenheit zumindest im kleinen Bereich: A & B leben zusammen! Was das Leben hier auf unserer kranken Mutter Erde betrifft, braucht man wirklich keine Zufriedenheit zu heucheln…

Das Alltagsleben hier ist oft sehr anstrengend und nervtötend; z. B. die Suche nach Dingen der Grundbedürfnisse: Es ist immer wieder und überall in Indien so, dass man irgendetwas sucht. Man braucht einfach mehr Zeit für Banalitäten, und die Gelassenheit ist oft weg, da man diese Zeit nicht aufwenden will, niemals Lust hat, draußen, von Lädchen zu Lädchen eilend, irgendetwas ganz banales zu suchen.

G ist nicht gerade förderlich fürs Verstehen sachlicher Texte. Das viele hin- und her denken weicht das Gehirn auf, man wird müde und breiig, hat zwar gute Gedanken, doch kann sie weder aufschreiben noch verwerten – sie gehen einfach wieder verloren. So kommt es mir jedenfalls vor.

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