Erinnerungen an Lao, 29.12.00

Juli 27, 2009 at 0:19 (Reisen, Rückblicke) (, , , , , )

Kurz vor 5 Uhr brummt das Radio: Schock! Ich kuschele mich tiefer unter die Decke bis A aus der Dusche kommt – jetzt bin ich dran. Nach dem eisigen Wasser wird man in dem vielleicht 12 Grad kalten Zimmer und in unserer leichten Bekleidung nicht mehr warm. Wir sind froh, dass wir das Gepäck die vielleicht 1.000 m zum Busstand schleppen dürfen.

Wir sind schon vor 7 Uhr da. Zwei Busse stehen bereit, doch nach Luang Prabang sollen nur Trucks oder Songthews fahren. Wir überlegen nicht lange und kaufen Tickets nach Vientiane – sparen somit sogar 80.000 kip. Wir kaufen schnell noch ne Telefonkarte und versuchen im MIC Guesthouse anzurufen, doch es klappt nicht. Es wird aber mal abgekommen und im Nu ist die Hälfte der Einheiten (14.000 kip) weg, doch Mr. Phontluck erreichen wir nicht. Wir gebens auf, verziehen uns jetzt in den Bus, wo es etwas wärmer ist.

Fast pünktlich um 20 nach 8 fährt er ab. Anfangs bin ich recht froh, dass wir die Sonne auf unserer Seite haben – endlich mal aufwärmen, doch gegen Mittag wird es unangenehm. In Luang Prabang stellen wir fest, dass Einheimischen sehr wohl Tickets nach Luang Prabang verkauft wurden (so eine Gemeinheit!). Die Menschen im Bus werden mir richtig widerlich! Am Wegrand sitzen ein paar Stämmler, die irgendwelche Baumtiere (bestimmt seltene) gefangen haben, eins ist schon tot und aufgespießt, die anderen haben einen Strick durch die Nase und sind wohl halbtot. Alle stürzen raus, sind begeistert; eine stark geschminkte chinesische „Schönheit“ zerrt kreischend am Strick, an dem das arme Wesen hängt (A tritt ihr dafür beim Besteigen des Busses aus „Versehen“ kräftig gegen das Schienbein). Ich werfe lieber keinen Blick mehr auf die Szene – mir wird schwindlig vor Ekel und alles alles erscheint mir so sinnlos, ich möchte am liebsten weinen und weg von diesen Bestien. Etwas später wird wieder unter Gejohle gestoppt: andere Stämmler bieten frisches Wildfleisch an, an einem Stück ist noch der buschige Schwanz dran. Viele steigen aus und kaufen, insbesondere der Vietnamese, der die ganze Fahrt über Sticky rice mit verschiedenen ekelhaften Würsten frisst.

Wir sind überfroh, als wir um Mitternacht Vientiane erreichen und die Saubande verlassen dürfen, doch der Vietnamese bleibt uns noch erhalten, er besteigt das gleiche Tuktuk wie wir. Insgesamt sind sieben Leute im Tuktuk. Der Fahrer fährt ausnahmsweise uns als erste zum Zielort, doch das MIC hat geschlossen. Der Tuktukfahrer ist mit den 5.000 kippen, die A. ihm großzügig gibt, nicht zufrieden, will natürlich das Doppelte, wird verdammt frech, reißt und zerrt an unseren Sachen, folgt uns ins Guesthouse nebenan, welches glücklicherweise noch offen hat. Es gibt noch einiges Palaver, bis der Typ vom Guesthouse uns einen Schlüssel gibt und wir in das fensterlose, hässliche Zimmer verschwinden. Wir machen uns noch Kaffee, essen die alten Baguette und das Fettzeug, werfen je 1 ½ V, duschen trotz übergroßer Müdigkeit noch und legen uns pennen.

Ich frage mich, wie man es hier ohne O aushalten soll…

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