Berzirksbürgermeister Franz Schulz

März 28, 2009 at 18:50 (BürgerInnenbeteiligung, Dies und Das, Schauplätze) (, , , , )

Auch was die Verlängerung der A-100 betrifft, hat unser Bürgermeister die richtige Einstellung: Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg will klagen! Jetzt komme es vor allem darauf an, Einwendungen per Post an die Stadtentwicklungsverwaltung, Württembergische Straße 6 in 10707 Berlin zu senden. Weil, wenn es zu einer Klage komme, können nur die Gründe ins Verfahren eingebracht werden, die auch vorher in der Stellungnahme genannt wurden. Die Pläne zum Autobahnbau liegen noch bis zum 9. April im Rathaus Treptow (Neue Krugallee 4) sowie im Rathaus Neukölln (Karl-Marx-Straße 83) aus. Infos dazu gibts u. a. hier.

Schulz hat auf mich immer eine beruhigende Wirkung, bei allen Angelegenheiten, wo wir es mit ihm zu tun hatten, war er sehr glaubwürdig, und ist nie von seiner anfänglichen Meinung abgewichen − ich erwähnte es schon mal: einer der wenigen Politiker, die ich schätze.

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Schlampige BaumschützerInnen

März 26, 2009 at 3:57 (BürgerInnenbeteiligung, Dies und Das, Frust, Naturschutz) (, , , , , , , )

Die Arbeit für unseren Baumschutzverein lässt uns kaum noch Zeit für Privates, wir schieben seit Monaten alles vor uns her, müssten verschiedenes Einkaufen: Notebook für A, Spiegelreflexkamera und Handy für mich, Geschirr, Schuhe und Klamotten. Das einzige was ich horte ist Kosmetik, habe ich immer im Überfluss, gehe aber natürlich nicht in einen Laden sondern bestelle Online, ist mir eh am Liebsten. Mittlerweile ist es so, dass mir die Zeit zu kostbar ist, sie in irgendwelchen Shoppingcenter zu verbringen, dabei liebe ich tolle Klamotten und Schuhe, und vor allem geile Unterwäsche, doch es gibt immer wichtigeres zu tun. Was eigentlich viel schlimmer ist, wir machen auch nichts in unserer Wohnung, abgesehen vom Sauber mache und aufräumen, was auch sehr schnell gehen muss, müsste unbedingt renoviert werden und das schon seit Jahren…Tja, wir müssen halt Prioritäten setzen, wir hangeln uns von Woche zu Woche und schaffen nie alles, was wir eigentlich tun wollten/müssten.

Die BI schrumpft, von manchen Leuten muss man sich auch trennen, da es ihnen definitiv nicht um die Sache geht, sondern um ihre Profilierungssucht, andere sind auch freiwillig ausgestiegen, da sie nicht ständig im Vordergrund stehen konnten. Es darf einem hier nicht um Sympathie gehen, die spielt keine so große Rolle, ist ja so ähnlich wie auf Arbeit, da nützt es mir auch nichts, wenn eine Kollegin überaus sympathisch ist, mich aber die ganze Arbeit alleine machen lässt. Also mittlerweile beurteilen wir die Leute nach Nützlichkeit für die Sache, und da gibt es nur wenige. Wir haben ja in den zwei Jahren, die die BI (der Verein 1 ½ Jahre) nun schon existiert, einige andere BI’s kennen gelernt und alle, wirklich alle, haben die gleichen Probleme.

Heute überschlägt sich auch wieder mal alles, Anrufe und Emails betreffs Buschrodungen, am Kanal gibt’s Probleme mit den Bauarbeiten, heißt wir werden in aller Herrgottsfrühe zur Möckernbrücke radeln und dort die Bauarbeiter kontaktieren, befragen und bei ihrer Arbeit fotografieren. Bei dem Gedanken wird mir Eule regelrecht schlecht.

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Wildelefanten

März 10, 2009 at 18:30 (Reisen, Rückblicke, Schauplätze) (, , , , , , , , , , , )

Die Verschonten

Ich weiß nicht mehr genau, in welchem Jahr es war, als uns unsere Reise nach Assam in den berühmten Kaziranga-Nationalpark führte. Wir fanden eine günstige Unterkunft in Topslip, nicht weit entfernt vom Park.

Nachdem wir mehrere Jeep- und Elefanten-Safaris gemeinsam mit anderen Travellern gemacht hatten, was uns aber auf Dauer nie reicht, wollten wir alleine und zu Fuß losziehen. Da dies aber streng verboten ist und man in Kaziranga zu leicht von Rangern entdeckt werden kann, suchten wir auf der Karte ein abgelegenes Dschungelgebiet in etwa 10 km Entfernung, wo es viele Elefanten geben sollte. Wir wollten unbedingt frei lebende Elefanten sehen, mit den domestizierten haben wir immer arges Mitleid. Wir waren auch erfolgreich −, doch es wurde ziemlich haarig für uns.

Wir starteten frühmorgens, ein großes Stück legten wir mit dem Bus zurück, dann ging’s zu Fuß weiter, vorbei an einer großen Teeplantage. Die Menschen, die dort arbeiteten, musterten uns befremdet, blieben aber stumm. Das Gebiet war recht hügelig und schwer zu begehen, es gab nur die Elefantenpfade und unheimlich viel Bambus, die Lieblingsspeise der Elefanten. Wir sahen zwar überall die riesigen Dunghaufen, doch keine Elefanten. Wir liefen hügelauf und -ab, quälten uns durch dichtes Gestrüpp, es war sehr heiß, und wir waren schon ziemlich erschöpft, als wir Rast auf einer lichten Anhöhe machten. Wir beobachteten die wunderschönen Hornbills und andere Vögel, als wir ein leises Schnaufen hörten. Wir spähten durchs Gebüsch und sahen tief unter uns ein Wasserloch, wo ein Elefant mit dem wenigen Wasser ein Bad nahm. Wir beobachteten ihn lange. Als wir wenig später aufbrachen, sahen wir in einiger Entfernung eine ganze Herde und zwischen ihnen ein winziges, sicher erst wenige Tage altes  Baby. Wir liefen ihnen in einigem Abstand hinterher, weil wir unbedingt das Kleine genauer sehen und natürlich am liebsten noch fotografieren wollten. Dies stellte sich aber als sehr schwierig heraus, da die Elefanten ihr Kind immer in die Mitte nehmen und so laufen, dass es von außen nicht zu sehen ist. Alle kümmern sich um die Jungen, nicht nur die Mutter, und werden ziemlich aggressiv, wenn man ihnen zu nahe kommt. Wir folgten der Gruppe, ohne noch auf den Weg zu achten, machten Fotos aus der Ferne, doch da wir kein Teleobjektiv hatten, mussten wir, um ein gutes Foto zu kriegen, näher ran, doch ich hatte den Eindruck, dass der Abstand immer gleich blieb.

Ganesh

Natürlich hatten sie uns längst bemerkt und erstaunlich viel Geduld mit uns, doch irgend wann reichte es ihnen: eine Elefantenkuh, wahrscheinlich das Leittier, blieb schließlich stehen. Wir näherten uns bis auf 50 Meter, sie stand etwas tiefer als wir, halb von Gebüsch verdeckt, warnte uns durch Schnauben und tiefes Knurren − A hatte immer die Kamera schussbereit − beobachtete uns durchs Laub, ich konnte genau ihr Auge sehen. Wir wagten uns noch näher, da plötzlich trat sie aus dem Gebüsch, wendete sie sich uns frontal zu, kam den Hang herauf, klappte mit den Ohren  und trompetete, den Rüssel erhoben, so laut, dass es das Mark erschütterte. Doch da sie bergauf stieg, musste A noch schnell ein Foto aus der Nähe machen und merkte erst, als er die Kamera sinken ließ, dass es schon zu nah war, warf sich herum und keuchte “Los, weg!” Links und rechts vom Weg fiel die Böschung steil ab, A. rief mir noch zu “Los, den Hang runter!” und wir rannten los. Ich trug so eine Thai-Wickelhose, die man bloß am Bauch einschlägt, also ohne jeden Verschluss. Ich war kaum drei Schritte gerannt, da rutschte diese Scheißhose runter, ich stolperte und fiel seitlich in den Bambus. Ich kann es nicht mehr genau erinnern, es war alles eins: Durch den aufgewirbelten Staub sah ich den riesigen schiefergrauen Leib regelrecht an mir vorbeifliegen, ein unglaubliches Stampfen ließ den Boden erzittern − dann Totenstille, kein Laut mehr.

Ich lag wie erstarrt, dachte, sie hat mich verschont, und fast gleichzeitig schoss mir der Gedanke an A durch den Kopf. Ich lauschte, rief  seinen Namen, erst nur ganz leise, dann etwas lauter, lauschte wieder und hörte keine Antwort. Ganz langsam erhob ich mich, zog meine Hose hoch und schlich zum Rand des Abhangs, erwartete, Fürchterliches zu sehen. Und traue meinen Augen nicht: A kommt den Hang hoch, totenbleich und doch strahlend, die Kamera baumelt offen an seinem Handgelenk, und stammelt immer wieder: “Sie hat mir nichts getan, ist einfach über mich hinweg gesprungen, ich hab ihr Auge gesehen, sie hat auf mich runtergeschaut…” − Jetzt sehe ich erst, dass ich blutüberströmt bin, der Bambus! Ich habe etliche stark blutende Schnittverletzungen, und meine Hose ist regelrecht blutgetränkt, dazu sind wir beide staubbedeckt. A holt ein Taschentuch und Heftpflaster aus dem Rucksack, will mich gerade notdürftig verbinden, da schaue ich den Hang hinunter und sehe unten die Elefantin stehen, die Flanke uns zugekehrt, abwartend. Ich gerate in totale Panik, renne ein Stück weg, weiter bergauf, denke immerzu, dass sie zurückkommt, schreie und weine, A solle kommen. Doch das Tier zeigt keinerlei Agressionen, beobachtet nur.

Wir suchen uns einen geschützten Platz, A verpflastert mich, dann legen wir uns erst mal hin, sind merkwürdiger Stimmung, euphorisch und bedrückt zugleich. A redet immerzu. Er erzählt mir, dass er den steilen Hang runter gerannt sei in der Hoffnung, der Elefant komme nicht nach, doch der blieb ihm dicht auf den Fersen, bis A schließlich stürzte, sich zusammenkrümmte, den Tritt in den Bauch erwartete, doch nur am Fuß getroffen wurde, noch kurz sah, wie der riesige Rumpf über ihn hinwegsetzte, dann das Auge und dann nur noch Staub. Sein erster Gedanke sei gewesen: Jetzt ist die Kamera hin!, dann immer und immer wieder: Sie hat mich leben lassen, sie hätte mich töten können. [Später erfahren wir, dass Elefanten so nicht töten, sondern mit dem Rüssel zupacken und einen auf den Boden hauen.] − Ich will jedenfalls so schnell wie möglich dieses Gebiet verlassen, A jedoch nicht. Er meint: Wir kommen doch bestimmt nie wieder hierher, lass uns noch ein Stück weiter gehen. Ich kann’s nicht fassen, doch er lässt sich nicht bewegen, den Rückmarsch anzutreten. Ich merke, dass er unter Schock steht und lasse mich darauf ein, noch ein bisschen weiter zu gehen.

Wir laufen los und verirren uns völlig, es wird immer später, dämmert schon, und wir haben keine Ahnung, wo wir hergekommen sind, irren mitten durchs Elefantengebiet: ihre Schlammlöcher und Schlafstätten mit dem niedergetrampelten Gras weisen deutlich darauf hin. Wir stoßen auch auf einen ganz versteckten, halb verwesten Elefantenkadaver. Meine Panik wächst, es wird schon Abend, und dann ist es so weit: A kann plötzlich nicht mehr laufen, sein Fuß ist dick geschwollen, wahrscheinlich hat er die ordentliche Prellung durch den Schock nicht bemerkt. Er hat immer stärkere Schmerzen, kann schließlich mit dem Fuß überhaupt nicht mehr auftreten, lässt sich einfach mitten im Schlafzimmer der Elefanten fallen. Ich rede ihm gut zu, er versucht es, doch es will nicht gehen. Ich mache aus einem Stock eine Art Krücke und auf mich gestützt, im Schneckentempo, schleppen wir uns verzweifelt weiter. Ich habe keine Ahnung, welche Richtung wir einschlagen sollen, fange an zu heulen, A jammert vor Schmerzen, ich sehe uns schon im Dunkeln noch herumirren, und die Elefanten werden kommen. So leid er mir tut, ich muss A immerzu antreiben − ich schreie ihn sogar an, wir sind nicht gerade leise, und die ganze Zeit über ist von den Elefanten nichts zu hören und nichts zu sehen.

Uns dagegen können sie auf sehr große Distanz hören und wenn sie lauschen, verhalten sie sich ganz leise; natürlich haben sie alles mitbekommen, es wäre ein leichtes für sie gewesen, uns zu finden und anzugreifen, doch Elefanten sind nun mal klug: Sie wussten, dass wir verletzt sind und von uns, auch mitten in ihrem Revier, keine Gefahr mehr ausgeht und wohl auch, dass wir uns verirrt haben. − Sie können sogar weinen, ich habe es selbst gesehen in einem sog. Trainings-Camp, wo die gefangenen Wildelefanten gefügig gemacht und gebrochen werden, auch das war in Assam. Es war ein Halbwüchsiger, dem sie brutal, in sehr unbequemer Haltung, die Beine zusammengebunden hatten, ich habe ihm Bambus gebracht und gesehen, wir er bitterlich weinte − es hat mich wochenlang verfolgt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Im Wald war es schon arg düster geworden. Mit zusammengebissenen Zähnen, gesprochen wurde nichts mehr, arbeiteten wir uns vorwärts, so schnell es halt möglich war, und es klingt jetzt echt wie im Märchen: Mit Sonnenuntergang treten wir aus dem Dschungel und sehen die Teeplantage. Wir stoßen fast gleichzeitig einen tiefen Seufzer aus, und ich mache noch ein Foto von der hinterm Horizont verschwindenden Sonne, und erstaunlicherweise funktioniert die Kamera noch! Jetzt mussten wir nur noch zur Straße gelangen. Auf dem Weg dorthin begegnen uns viele Einheimische. Sie sind baff erstaunt. Wir müssen auch sehr merkwürdig ausgesehen haben: Ich mit blutiger Hose, A humpelnd, mit einem Stock unter der einen Achsel, mit dem anderen Arm auf mich gestützt, wir beide total verdreckt. Irgendwie erreichen wir auch noch die Straße, warten dort lange auf den Bus, schaffen es auch, uns in die wie immer übervolle Klapperkiste zu quetschen, und endlich in Topslip angekommen, müssen wir noch etwa 1 km bis zu unserer Lodge laufen.

Eigentlich hatten wir anderntags abreisen wollen, aber wir bleiben noch lange in dieser Lodge, es dauerte eine Weile, bis A wieder richtig laufen konnte, aber die Verzögerung war uns herzlich egal, wir waren tage-, ja wochenlang in euphorischer Stimmung. Ich dachte immerzu, die Götter haben es gut mit uns gemeint. Ganesh (das Hindiwort für Elefant) ist ja ein Gott im Hindu-Pantheon! Wir grollten keinen Moment den Elefanten, im Gegenteil, sie wurden von da an unsere Lieblingstiere. Dümmer als wir uns in unserer Fotogeilheit verhalten haben, ging’s ja schon gar nicht mehr!

Später hatten wir noch viele viele Begegnungen mit Elefanten. Sie sind so friedliche Tiere, man muss nur ihre Sprache verstehen können, und das haben wir einigermaßen gelernt. Wir haben uns noch oft in Gegenden mit sehr hoher Elefantendichte aufgehalten, und es kam nie mehr zu einem Zwischenfall.

Viel später erlebten wir dann noch eine große Überraschung: Das letzte Foto, dass A geschossen hat, bevor wir losrannten, ist wahrhaftig auch noch gelungen! Es hängt doll vergrößert in unserer Küche, und oft bleibe ich davor stehen und streichele die böse blickende Elefantin.

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Traum und Erinnerung

März 9, 2009 at 3:59 (Reisen, Rückblicke, Schauplätze) (, , , , , , , , , , , , )

Traum

Träumend

Vor ein paar Nächten mit sehr unruhigem Schlaf hatte ich einen intensiven Traum, der mich tagelang beschäftigte: Wir waren in unserem Schlafzimmer, es war Sommer, die Balkontür stand weit offen. Plötzlich war ein Wesen im Raum, ich konnte nicht richtig bestimmen, was es war, zuerst schwebte eine Feder in der Luft, dann schwamm ein quallenartiges Etwas, ziemlich groß, auf dem Boden. Ich kroch oder schwamm selber (ja, es war zugleich wie im Meer) über den Boden, und das Ding verfolgte mich. A wollte es vertreiben oder fangen, jedenfalls waren beide schließlich auf dem Balkon, das Wesen erhob sich in die Luft, schwebte über die Brüstung und verschwand.  A beugte sich weit über das Geländer, immer weiter, ich schrie noch pass doch auf!, da kippte er auch schon übers Geländer, hing jetzt außen und hielt sich nur noch am Geländer fest. Entsetzt starrte ich auf seine Hände, wusste, dass ich sofort handeln musste, versuchen musste, A reinzuziehen, doch ich konnte mich nicht bewegen, lag erstarrt auf dem Boden und schaute zu, wie A kämpfte, wie er versuchte, sich hochzuziehen und sich schließlich erst die eine Hand löste, dann die andere. Es war kein Laut zu hören, kein Schrei − nichts. Noch einen langen Augenblick blieb ich wie betäubt liegen, hatte riesige Angst, auf den Balkon zu treten und nach unten zu schauen. Doch dann stand ich auf, plötzlich war’s möglich, ging sehr langsam auf den Balkon und zwang mich vorsichtig, über den Rand zu sehen, erwartete die schrecklichsten Bilder. Im nächsten Moment war ich überglücklich, denn unten war eine große Menschenmenge zusammengelaufen, und in ihrer Mitte stand A. Feuerwehrleute stützten ihn, er sah völlig okay aus. Euphorisch rannte ich zur Tür und wollte gerade die Treppen runterjagen, da bin ich aufgewacht.

Dieser Traum aber weckte Erinnerungen an zwei Begegnungen mit Wildtieren in der Zeit unseres Reiselebens: unser erstes Zusammentreffen mit Wildelefanten und A.s Kampf mit einem Giant Trigger. Diesen Namen hab ich erst viel später kennengelernt; erst nannten wir diese recht großen Fische „Flickenmäntel“, denn ihr Körper scheint wie mit bunten Flicken besetzt, und später, nach unserer ersten Konfrontation, „Wasserdackel„, weil sie so angriffslustig, tapfer und bissig sind. Aber davon vielleicht später. Erst mal zu den Wildelefanten.

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Drogenszene am Kotti

März 1, 2009 at 18:32 (BürgerInnenbeteiligung, Dies und Das, Frust) (, , , , , , )

Sonntag, 01.03.09, 01:49 Uhr

Der Streit um die Drogenszene am Kotti: die Anwohner haben sich zusammen getan, eine BI gegründet und Bürgermeister Schulz aufgefordert endlich was zu unternehmen. Ende März wird der Druckraum in der Dresdener Straße geschlossen, und unser BM sucht seit Monaten verzweifelt eine neue Bleibe für die Drogengebraucher − vergeblich, niemand will sie haben, auch nicht in Häusern, in denen linksalternative Menschen leben. Die BI möchte den neuen Druckraum am liebsten am Ostbahnhof, Gleisdreieck oder in einem leer stehenden Gebäude im Görli sehen.

Am Freitag, 27.02. fand eine Podiumsdiskussion im Festsaal Kreuzberg (Skalitzerstr. 130) statt. Interessant hierzu indymedia.

Ach was sind wir doch tolerant hier in Kreuzberg, wir haben für alles und jeden Verständnis, nur bitte schön vor unserer Haustür möchten wirs doch lieber ordentlich haben und „Junkies“ möchten wir erst gar nicht sehen. Dabei sind wir umgeben von Kranken, doch akzeptiert werden nur Krankheiten, die man nicht sieht, nicht welche die gar noch „selbstverschuldet“ sind. Wie traurig! Bei uns im Hinterhaus wohnt ein Mann, der, wenn er seinen Schub hat mitten in der Nacht laut anfängt zu schimpfen und zu schreien. Manchmal hört man wochenlang nichts von ihm und dann geht es wieder los. Wollen wir ihn nicht am Ostbahnhof unterbringen oder gleich einsperren?

Ein Anwohner am LWK übergibt  BM Schulz einen Protestbrief!

BM Schulz am Landwehrkanal 2007: ein Anwohner übergibt ein Protestschreiben gegen Baumfällungen!

Dass Schulz den Vorschlag des Quatiersrats, Container auf der Verkehrsinsel am Kotti aufzustellen, ablehnt, finde ich sehr sympathisch, auch dass er die Abhängigen als Menschen sieht, denen dieser Kiez genauso gehört wie ihm und denen geholfen werden muss, ja, mit denen man sogar reden kann. Der Bürgermeister wird jetzt angefeindet, dabei verhält er sich doch nur so menschlich, wie es sich meiner Meinung nach für einen Bürgermeister gehört. Ich bin froh, dass wir diesen BM haben und nicht z. B. so einen wie in Pankow, der Bäume fällen lässt.

Mich hat Schulz bis jetzt noch nicht enttäuscht, in Sachen L. Kanal hat er den Willen der Anwohner berücksichtigt und den Grünzug nicht vernichten und dafür ein Gartendenkmal aus den 30er Jahren wieder erstehen lassen. Auch dafür musste er, da ja ne Menge Geld dem Bezirk verloren ging, bestimmt Schelte einstecken, vielleicht sogar von Parteimitgliedern.

Nachtrag: Es freut mich, dass sich Cem Özdemir in einem Interview in der Taz doch noch ganz vernünftig geäußert hat!

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