Karneval der Kulturen
Dienstag, 13.05.08, 21:04 Uhr
Rechtzeitig zum Karneval der Kulturen kriegt A. Rückenschmerzen. Er ist psychisch schwer angeschlagen
und wir fragen uns, ob die Rückenschmerzen davon kommen oder umgedreht. Ich bin schon bereit, den Karneval zu opfern, da ja das Rumstehen für den Rücken besonders schlimm ist. Doch mit Zuhilfenahme von Schmerzmitteln marschieren wir hin, A macht 221 Fotos, er nimmt überwiegend hübsche Frauen und Mädchen auf. Er hätte gerne noch mehr gemacht, aber die Speicherkarte ist voll.
Zum ersten Mal treffen wir Bekannte, was schon erstaunlich ist bei den Menschenmassen; eine Frau, die sich seit kurzem in der BI engagiert, sie redet wirres Zeug und riecht nach Alkohol. Wir fragen sie nach dem Protokoll, das sie verfassen und schicken wollte. „Nun ja, ich habe einen Spanier zu Besuch und der belagert mein Wohnzimmer und da steht mein Computer und jetzt hab ich ihn
verloren, er redet auch wahnsinnig viel.“ So genau wollten wir es gar nicht wissen! Wir sind erleichtert, als sie sich auf die Suche nach ihrem Spanier macht. Als nächstes kommt eine blaugrün geschminkte Frau tanzend aus einer Umzugsgruppe auf uns zu, will uns umarmen. Wir erkennen sie nicht gleich. Es ist J aus der anderen BI, die aber schon länger nicht mehr mittut. Es gelingt A nicht, ein vernünftiges Foto von ihr zu schießen; erst streckt sie ihm die Zunge raus, dann zieht sie so ein blödes Gesicht, das A meint: „Bleib doch mal natürlich.“ „Kann ich nicht“, maunzt sie kleinmädchenhaft. Schließlich tanzt sie von dannen – wir sind nicht böse.
Ständig muss ich nach A Ausschau halten, der mit der Kamera den Schönen hinterher jagt, doch ich bleibe gelassen. Aus Solidarität habe ich auch Schmerzmittel (Opiode) genommen und bin recht cool und ein bisschen euphorisch. Jaja, ich lege mich nicht nur mit ins Bett wenn A krank ist, ich nehme auch die entsprechenden Tabletten! So bin ich halt…
Als A. nicht mehr fotografieren kann, hat er auch keine Lust mehr, wir gehen den weiten Weg zu Fuß nach Hause. Wir haben heute keine Lust zu arbeiten, machen uns einen netten DVD-Abend. Zum Glück merkt A nichts von den Schmerzen – die Opioide wirken gut…
















