Sometimes black

April 11, 2008 at 22:19 (Gedanken, Liebe, Rückblicke, Schauplätze) (, , , , , )

Freitag, 11.04.08, 21:43 Uhr

Im National-Park

Im Keoladeo National-Park/India

Ich erinnere mich wie ich früher gesehen habe, auf meinen ersten Reisen nach Asien. Als ich zum ersten Mal über ein Korallenriff geschnorchelt bin, stockte mir fast der Atem oder zum 1. Mal im Dschungel war, die erste Begegnung mit einem Elefanten – ich war oft sprachlos und dachte immerzu, fast verzweifelt: wie soll ich dies alles nur den Zuhause gebliebenen schildern? (Konnte ja nicht ahnen, dass sie gar nichts hören wollen) Als ich nach Jahren abenteuerlichen Reiselebens nach Berlin zurückkehrte, und mir dort alles anders, interessanter, schöner erschien und ich einen unbändigen Elan hatte, der allerdings beim Arbeitsalltag schnell verebbte, doch der Gedanke, dass ich in absehbarer Zeit die Schönheit wieder finden, mein Reiseleben wieder aufnehmen darf, tröstete mich über alle Unbilden hinweg. Ein Jahr auf Reisen ersetzt zehn Jahre Leben hier in Deutschland – so kam es mir jedenfalls vor!

Wie im Laufe der Jahre alles stumpfer geworden ist, ich immer mehr Illusionen verloren habe und auch die fernen Länder die wir bereisten mir so vertraut wurden, dass ich oftmals nur noch das Elend wahrnahm und die Schönheit nicht mehr richtig sehen konnte. Nur die Unterwasserwelt bildet eine Ausnahme, sie hat mich immer und immer wieder entzückt und fast so begeistert wie beim ersten Rausch – doch auch hier war die große Trauer unvermeidlich, da ich mit der Gewöhnung mehr und mehr die Zerstörung gesehen habe, und bei jeder Rückkehr die neuen Schäden sofort bemerkte. Manches mal habe ich leise in meine Taucherbrille geweint.

Und die Liebe? Wenn sie auch nicht untergegangen ist, hat auch sie an Leuchtkraft verloren… Wahrscheinlich ist das normal mit zunehmendem Alter, doch ich kann mich noch nicht damit anfreunden, dass das Leben so ist.

Musik? Ja, sie hat mich schon oft gerettet! Ein Leben ohne Musik ist für mich nicht denkbar.

Als ich noch sehr jung war, lebte ich meistens in der Zukunft. Wenn auch alles wunderbar war, ich die irrsten Sachen erlebte, dachte ich immerzu was wohl noch kommen wird und wo ich morgen hinfahren soll und was ich dort sehen werde usw. usf. – Heute verschwende ich, wenn es besonders gut ist, keinen Gedanken an morgen!

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