Travel-Leben

März 14, 2008 at 23:35 (Gedanken, Rückblicke, Schauplätze) (, , , )

Freitag, 14.03.08, 22:09 Uhr

Nun da mir so ne Art Qualifizierungsmaßnahme dräut, erinnere ich mich wieder zwanghaft an unser Reiseleben. Wie sehr habe ich es geliebt, nur so viele Sachen zu besitzen, die ich notfalls auch (meistens hat A geholfen) selbst wegschleppen kann – und auch die waren mir oft noch zu viel und zu schwer…

Das schwerste waren natürlich immer die Bücher, die wir dann überall gebunkert haben. Bei unserer letzten Reise fiel auch das weg, da wir ein kleines, sehr leichtes Notebook dabei hatten und so kaum noch Bücher oder CDs brauchten.

So wenig zu besitzen gibt einem ein Gefühl von Schwerelosigkeit, und der Gedanke, Baratupurinnerhalb von na sagen wir mal 2 Stunden alles gepackt zu haben und Abreise bereit zu sein, machte mich froh und fast glücklich. Und alles was man besitzt ist wertvoll, man überlegt es sich dreimal ehe man etwas weggibt oder gar wegwirft, selbst alte Plastikbeutel haben noch einen Wert. Doch jedes Hotelzimmer, jede Strandhütte bekam unsere persönliche Note, und wie oft habe ich unsere kargen Zimmer liebevoll betrachtet, da sie nach wenigen Stunden nach uns aussahen, war traurig, wenn wir ein liebgewordenes Zimmer wieder verlassen mussten. Gekocht haben wir natürlich auch überall, unser Spirituskocher hat uns gute Dienste erwiesen, vorausgesetzt wir hatten Spiritus, der nicht immer leicht zu finden war, besonders in Indien nicht. Dort ist er manchmal unmäßig teuer, damit die Einheimischen kein alkoholisches Getränk daraus breiten. Auf unsere frugalen Meals haben wir uns immer ganz besonders gefreut und es als Luxus empfunden, ganz alleine essen zu können und nicht mit anderen Travellern in überfüllten Touri-Fressställen zu sitzen und Travellergarn anhören zu müssen.

Eigentlich leben wir immer noch so, als wollten wir bald abreisen; wir haben uns nie richtig eingerichtet:Damals unser Mobiliar ist eher zufällig – ist uns auch nie wichtig gewesen, nur Computer und Notebook, da musste es was gutes sein. Wir leiden auch beide sehr, wenn diese mal ausfallen. Fernseher und so was brauchen wir nicht, Musik hören wir auch nur über den Computer. Es war nie mein Ding LPs und später CDs zu sammeln, da ich nie Lust hatte eine ganze CD zu hören. Da ist Internetradio einfach ideal, die Vielfalt ist unglaublich – konventionelles Radio können wir gar nicht mehr hören, morgens schon vollgequasselt zu werden, ist doch ätzend. Zum Glück sind wir beide Eulen und lassen uns gegenseitig morgens in Ruhe. Ich war mal mit einer Lerche zusammen, der noch vor dem Frühstück Pläne geschmiedet und laut gepfiffen hat. Es hat nicht viel gefehlt und ich hätte ihn gelyncht, doch wir haben uns noch rechtzeitig getrennt. Wenn man zusammenzieht, sollte man sich gut überlegen, ob man den gleichen Rhythmus hat – sonst gibt’s Probleme.

Einen Kommentar hinterlassen