Über die Liebe und anderes

Januar 4, 2008 at 0:01 (Sammlung) (, , , , , )

Donnerstag, 03.01.07

Herbst

Zwischen Ästen und Zweigen
und zitternd gilbenden Blättern
gleiten goldene Strahlen
silberfein gesponnene Fäden
lautlos entlang
A. im Herbst ‘88 (kleines Geschenk von meinem Liebsten, nachmittags im Wald gedichtet)

„Die Menschen – nein, sie wissen die Natur nicht zu schätzen. Die Vögel mit ihrem Gefieder und ihren Singstimmen stehen im Einklang mit der üppig-wilden Natur, doch von welchem jungen Menschen läßt sich das sagen? Die Natur gedeiht am besten allein, fern vom Gewimmel der Menschen. Ihr mit eurem Gerede vom Himmel, ihr gereicht der Erde nicht zur Zierde! Thoreau

„Wir sehnen uns nach der Liebe, doch wie sehr demütigt sie uns zugleich! Was für ein Sieg ist die Liebe. Und was für eine Tyrannei! Auf ewig quält sie unser Gewissen, so, wie die Schande des blutigsten Verbrechen. “ Kertész

„Ein Heim zu haben, eine Familie, ein Eigentum oder eine öffentliche Funktion, einen gesicherten Lebensunterhalt, endlich ein würdiges Räderwerk der gesellschaftlichen Maschinerie zu sein – all das sind Dinge, die der überwältigenden Mehrheit der Menschen fast unerläßlich scheinen, ja gar den Intellektuellen, gar denen, die sich am freiesten glauben. Im Grunde aber ist das alles nur eine abgewandelte Form der Sklaverei, zu der uns der Kontakt mit unseresgleichen zwingt, ein meist geregelter und kontinuierlicher Kontakt“.

„….Das ganze ängstliche Bedürfnis nach Unbeweglichkeit ähnelt der unbewußten Resignation eines Tieres, das durch Knechtschaft abgestumpft ist, das seinen Hals zum Geschirr ausstreckt“.

„…Arm wie eine Bettlerin, verlogen wie eine Sklavin und in bunte Lumpen gehüllt, ist das Leben nur aus der Ferne schön, nur von weitem zieht es einem an. Doch sobald du es aufmerksam betrachtest, sobald du ihm von Angesicht zu Angesicht begegnest, verstehst du die Lüge… Du siehst, daß seine Majestät nur eine mit falschem Gold geschmückte Illusion ist und seine Schönheit ebenso künstlich wie die einer geschminkten Prostituierten…“ aus: Islamische Blätter v. I. Eberhardt

„Woher kommt es, daß der Mensch mit seinem Tag so wenig ausrichtet? Er ist nie richtig wach. Wäre er nicht von Schläfrigkeit übermannt gewesen, hätte er etwas geleistet. Die meisten sind gerade wach genug für körperliche Arbeit, aber nur einer in einer Million ist wach genug, um geistig etwas zu leisten, nur einer in hundert Millionen, um dichterisch, göttergleich zu leben. Wachsein heißt leben. Ich habe noch nie jemand getroffen, der ganz wach war. Wie hätte ich ihm ins Angesicht zu schauen vermocht“?

„Ich bin in den Wald gegangen, weil mir daran lag, mit Bedacht zu leben, es nur mit den Grundtatsachen des Daseins zu tun zu haben und zu sehen, ob ich nicht lernen könne, was es zu lernen gibt, damit mir in der Stunde des Todes die Entdeckung erspart bleibe, nicht gelebt zu haben“. Thoreau

Handbüchlein der Moral: Entweder – oder

„Wisse nämlich, daß es für dich nicht leicht ist, deine sittlichen Grundsätze in Übereinstimmung mit der Natur zu erhalten und zugleich die äußeren Dinge ernst zu nehmen, sondern wer sich um das eine kümmert, vernachlässigt zwangsläufig das andere“.

Der Weg zur Freiheit
„…Du selbst willst doch kein Prätor, Senator, Konsul (o. ä.) sein, sondern ein feiner Mensch. Nur ein einziger Weg führt dahin: Alles zu verachten, worüber wir nicht gebieten“.

Meditatio mortis
„Tod, Verbannung und alles andere, was furchtbar erscheint, halte dir täglich vor Augen, vor allem aber den Tod, und du wirst niemals schäbige Gedanken haben oder etwas maßlos begehren“.

„Ein Ungebildeter verrät sich dadurch, daß er anderen Vorwürfe macht, wenn es ihm schlech geht; ein Anfänger in der philosophischen Bildung macht sich selbst Vorwürfe; der gründlich Gebildete schiebt die Schuld weder auf einen anderen noch auf sich selbst“.

Gegenkräfte in dir
„Bei allem was dir wiederfährt, denke daran, dich dir selbst zuzuwenden und zu untersuchen, welche Kraft du hast, dich mit ihm auseinanderzusetzen“. Epiktet

aus „Die Weisheit der Hunde“

241. Die Seele ist fein und der Körper ist fest. Das Feine wird duch das Feste bewahrt – wie das Licht des Dochtes in einem Lämpchen, das es von äußeren Einwirkungen beschützt – aber wenn Leid die Seele überwältigt, wirkt es auch auf den Körper und verwundet ihn.
261. Jemand teilte ihm einige Schimpfworte mit, mit denen ein Freund ihn bedacht hatte. Da sagte er: „Ob mein Freund das gesagt hat, ist zweifelhaft, daß du es gesagt hast, steht fest“. Diogenes

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